Eine Fotodokumentation

25. Niedersächsische Frauenmusiktage

01.-05. August 2018 in Osterode
Weitere Informationen gibt es hier:
Seit mehr als 25 Jahren treffen sich an einem langen Wochenende in den Sommerferien 50-70 Frauen, um für ein paar Tage an den Niedersächsischen Frauenmusiktagen (FMT) teilzunehmen. Dies ist für viele nicht nur ein Workshop-Wochenende, sondern regelrecht Ausnahmezustand im allerbesten Sinne. Und dies, weil es nicht nur die Möglichkeit bietet, abseits des Alltags in einer Gruppe mit anderen Frauen ein paar Tage Musik zu machen. Diese fünf Tage sind mehr als „nur" Musizieren.

Für viele von uns sind die Frauenmusiktage aus ganz unterschiedlichen Gründen ein fester Bestandteil des Jahres geworden, der fest im Kalender eingeplant ist.

Wir sind seit einigen Jahren regelmäßig bei den FMT dabei, und möchten interessierte Frauen ermutigen, bei dieser Veranstaltung mitzumachen. Deswegen beschreiben wir in dieser Dokumentation, warum diese Veranstaltung für uns „Mehr-als-nur-Musizieren" bedeutet. Hierfür gehen wir zum einen auf die 25. FMT 2018, zum anderen aber auch auf allgemeine Aspekte ein, die für uns die FMT ausmachen.
Wo?
Das Jugendgästehaus Osterode
Die FMT finden grundsätzlich an unterschiedlichen Orten in Niedersachsen statt. Voraussetzung sind Räumlichkeiten mit Übungsräumen, einem Konzertsaal und der Möglichkeit, in der Nähe kostenlos zu schlafen.

2018 war der Veranstaltungsort das Jugendgästehaus in Osterode. Die örtlichen Gegebenheiten mit Bühne, Übungsräumen, Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten sowie die Gastfreundlichkeit des Teams ließen dabei keine Wünsche offen.


Workshopangebot
Die FMT richten sich an Frauen aus allen Altersgruppen und allen Musikrichtungen. Jede ist herzlich willkommen!

Der Kern der Frauenmusiktage sind die Band- und Ensemble-Workshops sowie das öffentliche Abschlusskonzert am Samstagabend.
Der Band-Workshop
Das Band-Workshop-Angebot richtet sich sowohl an Anfängerinnen als auch Fortgeschrittene, und es gibt weitere Auswahlmöglichkeiten in Bezug auf Genres, Länder oder Jahrzehnte. Diese Auswahl variiert von Jahr zu Jahr, umfasst aber immer eine große Bandbreite populärer Musik, z. B. Schlager, Reggae, Jazz, Pop und Rock. Je nach Musikstil bestehen die Bands aus Schlagzeug/Perkussion, Bass, Gitarren, Keyboard/Piano, Blasinstrumenten und weiteren Instrumenten wie z. B. Akkordeon oder Streichinstrumenten sowie Gesang.

Für die einzelnen Bands stehen erfahrene Musikerinnen als Dozentinnen zur Verfügung.

Im Rahmen der Anmeldung geben die Teilnehmerinnen ihre Wunsch-Workshops an. Die Bands werden dann gemäß der Wünsche, aber auch gemäß der Vorkenntnisse und Verfügbarkeit der einzelnen Band-Plätze eingeteilt.
Ensemble-Workshop
In der Regel werden auch ein oder zwei Ensemble-Workshops angeboten, die z. B. hauptsächlich Perkussion-Spielerinnen oder Sängerinnen ansprechen. Auch diese Angebote variieren von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr war es ein Gesangs-Ensemble.
Eine große Dusche lädt zum Singen ein...
EMMA-Bands
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Das Niedersächsische MädchenMusikCamp EMMA gibt es seit drei Jahren. Es richtet sich an Mädchen, die Erfahrungen beim Spielen in einer Band sammeln wollen. Sie bilden zwei eigene Bands, nehmen aber auch an den meisten Rahmenprogrammpunkten der FMT teil.
Technik-Kurs
Abgerundet wird das Workshop-Angebot durch den Technik-Kurs. Hierbei lernen die Teilnehmerinnen die Grundlagen des technischen und organisatorischen Aufbaus des Bühnenequipments und der Betreuung des Konzerts. Inhaltlich ist dies sicherlich der umfangreichste Kurs.

Der Technik-Kurs beim Soundcheck
Weitere musikalische Angebote
Crashkurse
Am Freitagvormittag gibt es 90-minütige „Crash-Kurse" zu übergreifenden musikalischen Themen wie Rhythmik und Groove, Improvisation, Zusammenspiel in der Band oder Bühnenpräsenz. Hierbei haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sowohl ein weiteres musikalisches Thema kennenzulernen als auch mit einer weiteren Dozentin, anderen Teilnehmerinnen sowie den EMMA-Mädchen Musik zu machen.
Feuerwehrstunden
Darüber hinaus werden so genannte Feuerwehrstunden angeboten, in denen die Instrumentalistinnen konkrete, songspezifische Fragen an die Dozentinnen stellen und sich Tipps holen können.
Abends: Session
Ein beliebter Aspekt der Frauenmusiktage sind die abendlichen Sessions. Hier finden sich Teilnehmerinnen spontan auf der Bühne zusammen, um gemeinsam einen oder mehrere Songs zu spielen.

Am ersten Abend wird die Session von einer Dozentin angeleitet, d. h. sie hat bereits Texte und Akkorde oder Noten von einfachen Songs herausgesucht und stellt sicher, dass genügend Frauen auf der Bühne sind, und steht ihnen unterstützend zur Seite.
Die weiteren Abende werden dann von den Teilnehmerinnen selbst gestaltet. Meistens spielen sie anhand von Akkorden und Texten aus Songbüchern, manchmal spielen sie die Stücke einfach auswendig, und ab und zu wird auch frei improvisiert.

Das Spielen bei den Sessions ist für manche Musikerinnen der erste Kontakt mit der Bühne und deren Technik, was im Hinblick auf das Abschlusskonzert am Samstag eine gute Vorbereitung sein kann.

Gerade das spontane Musizieren mit ganz unterschiedlichen Musikerinnen verlangt auch ein hohes Maß an Flexibilität, Achtsamkeit und Kooperationsbereitschaft von allen Beteiligten. Dies funktioniert sehr gut, und macht die Sache auch so spannend und schön, weil das Miteinander und die Freude am gemeinsamen Musizieren im Vordergrund stehen.
Female Drum Parade
Normalerweise findet am Samstagmittag die so genannte Female Drum Parade statt, bei der wir trommelnd, singend und musizierend durch die Stadt laufen, um auf die Veranstaltung an sich sowie auf das Abschlusskonzert hinzuweisen. Das ist immer ein großer Spaß, da hier jede mit ihren Fähigkeiten und ihrer Kreativität gefragt ist. Das zeigt sich an der Durchführung durch die leitende Person und an der Bandbreite an Instrumenten - von Blasinstrumenten, den Trommeln bis zum Kochtopf oder der Tupperdose ist alles dabei. Auch die Outfits mit Hüten, Brillen und schrägen Accessoires sind häufig ein Hingucker.
Niedersächsische Frauenmusiktage
Niedersächsische Frauenmusiktage
Niedersächsische Frauenmusiktage
Konzert
In den Workshops arbeiten wir auf das öffentliche Abschlusskonzert hin, welches ein wichtiger Bestandteil der FMT ist. Und auch wenn dies für einige Teilnehmerinnen mit Anspannung und Aufgeregtheit verbunden ist, lautet die gute Nachricht doch: „Es ist noch immer gut gegangen!" Im Gegenteil, gerade die gegenseitige Unterstützung der Frauen untereinander sorgt dafür, dass alle einen schönen Abend haben.

Das Abschlusskonzert 2018 war von Familien und Freunden sehr gut besucht.

Zunächst musste jedoch das 25. Jubiläum der FMT gewürdigt werden. Hierzu wurde bei Veras Eröffnungsrede die Bühne gestürmt und Vera und die Bühne mit einigen silbernen Accessoires versehen.
GDA-Band für Anfängerinnen
Melanie Mehring
Die Band war für Anfängerinnen gedacht, die bereits die Akkorde D, G und A gut spielen können und sich so bei der Begleitung der Songs auf das Zusammenspiel und den Groove konzentrieren können und nicht auf das Finden der Akkorde.
EMMA-Anfängerinnen-Band
Carola Bäumler
Auch für die Anfängerinnen der EMMA-Mädels ging es darum, mit einfachen musikalischen Mitteln maximale Wirkung zu erzeugen. Weil gute Musik häufig aus einfachen aber einprägsamen Elementen besteht.
360° Band
Heike Busche
Bei der 360°-Band für Fortgeschrittene haben die Musikerinnen die Möglichkeit, bei den einzelnen Songs unterschiedliche Instrumente zu spielen. Das Ergebnis sind viele Überraschungen und noch mehr Spaß!
Niedersächsische Frauenmusiktage
EMMA-Fortgeschrittenen-Band
Meike Koester
Die Fortgeschrittenen des EMMA-Workshops überzeugten mit raffinierten Arrangements und einer tollen Darbietung.
Sängerinnen
Johanna Schmoll
Von der Dusche auf die Bühne: hier kamen die Sängerinnen, die Lust auf ein A-Capella-Ensemble hatten, auf ihre Kosten.
Intermedio
Sabine Wortmann
Diese Band bot Musikerinnen mit mittleren Erfahrungsgrad die Möglichkeit, sich mit schrägen Arrangements und ungewöhnlichen Instrumenten (legendär: Veras Theremin) auszutoben.
Instrumenten-Karussell für Anfängerinnen
Annett Becker-Edert
Auch diese Band bot diesmal Einsteigerinnen die Möglichkeit, sich an neuen Instrumenten zu versuchen.
Zu meiner Band "Pink & The Angels": Die "Proben" waren sehr harmonisch, es gab weder Reibungen noch Zickereien. Beim Auftritt hat nicht alles geklappt, wie es hätte klappen sollen. Aber egal! Es war sehr lustig. Akkordeon habe ich übrigens zum allerersten Mal in meinem Leben in den Händen gehabt. Das ist auch etwas Positives bei den FMT: Frau kann sich an mehreren Instrumenten ausprobieren, ohne Angst zu haben, komplett zu versagen. (E.G., Teilnehmerin)
Fortgeschrittenen-Band
Annette Kayser
Die fortgeschrittenen Musikerinnen spielten Songs aus dem Bereich Funk und Reggae.
FMT-RAP
Als Überraschung anlässlich der 25. FMT wurden unabhängig voneinander zwei Raps geschrieben und vorgetragen. Diese Überraschung war gelungen!
Dozentinnen
Der Auftritt der Dozentinnen ist immer das Highlight des Konzerts, weil einfach die jahrelange Erfahrung als Musikerinnen, das entsprechende Talent und die Freude an Musik beste Voraussetzungen für einen tollen Auftritt bieten.
Niedersächsische Frauenmusiktage
Der Technik-Kurs
Arabella Arthur
Zu guter Letzt halten wir es auch für ganz wichtig, dem Team des Technik-Kurses einen großen Dank auszusprechen. Ein reibungsloser Ablauf des Auf- und Abbaus der Bühne zwischen den Auftritten, insbesondere jedoch der Sound auf der Bühne ist elementar wichtig für das Wohlfühlen der einzelnen Musikerinnen, das Zusammenspiel und somit auch für das Gelingen des ganzen Konzerts. Dies haben die Teilnehmerinnen um Arabella Arthur und Valerie Seela hervorragend gemeistert und hatten somit auch einen riesigen Anteil am Gelingen dieses tollen Abends!



Unter'm Strich
Bei den FMT stehen der Spaß, das Miteinander und das gemeinsame Musizieren im Vordergrund. Trotzdem bieten sich auf vielen Ebenen Möglichkeiten und Herausforderungen, denen es sich zu stellen gilt.
Die große Gruppe
Gut die Hälfte der Teilnehmerinnen war schon einmal bei den FMT, viele kommen regelmäßig. Die freudigen Begrüßungen und die Vertrautheit können für neue Teilnehmerinnen den Eindruck vermitteln, als würden sich alle anderen gut kennen. Das ist jedoch nur zum Teil so, und neue Gesichter werden immer herzlich aufgenommen. Der Tagesablauf mit den gemeinsamen Mahlzeiten, Pausen und Aktionen bietet jede Menge Raum, sich kennen zu lernen und auszutauschen.

Die Gruppe im Plenum
Musizieren und Bandarbeit
Das Musizieren ist für die meisten der Hauptgrund, um überhaupt an den FMT teilzunehmen. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie die einzelnen Musikerinnen mit ihren unterschiedlichen Hintergründen, Geschichten und Herangehensweisen ihre Vorstellungen umsetzen.

Gleichzeitig gibt es ein gemeinsames Ziel, das auftrittsreife Erarbeiten von zwei bis drei Songs, für das dann insgesamt doch nicht allzu viel Zeit zur Verfügung steht. Hier müssen die unterschiedlichen Vorstellungen und Möglichkeiten unter einen Hut gebracht werden. Zum Schluss kommen alle immer zu einem guten Ergebnis, das ist auf jeden Fall die gute Nachricht!
Spaß und Unterstützung
Wir sind allerdings der festen Überzeugung, dass die Gruppe ideal dafür ist, Mut und Überwindung auch zu belohnen. Wir haben bisher in keinem musikalischen Rahmen so viel gegenseitige Unterstützung und Kooperationsbereitschaft erlebt wie mit den Frauen der FMT. Hier zeigen sich die weiblichen Eigenschaften von ihrer besten Seite! Und es macht Spaß!

Spaß und Unterstützung
Entwicklung im Laufe der Jahre
Das Schöne an den FMT ist, dass sie immer wieder neu sind und immer wieder neue spannende Dinge passieren. Interessant ist auch zu beobachten, wie sich manche Frauen über den Zeitraum von mehreren Jahren entwickeln.

So gibt es schon im zweiten Jahr ein Wiedersehen mit guten Bekannten, und die Abläufe sind klarer. Dies vermittelt dann auch schon ein Gefühl von Sicherheit.

Hinzu kommt, dass ein bereits im letzten Jahr absolviertes Konzert die Nervosität in diesem Jahr nicht ganz so stark sein lässt.

Und manch eine traut sich eher, bei der Session auf die Bühne zu gehen, um bei einem Song mitzusingen oder mitzuspielen. Oder ein Solo zu probieren. Oder mal ein neues Instrument in die Hand zu nehmen.

Entdecke die Möglichkeiten!
Danke!!!
Ein großer Dank geht zu guter Letzt an Vera Lüdeck, die 2018 die 25. FMT organisiert hat und nie müde wird, das Feedback der Teilnehmerinnen ernst zu nehmen und die Veranstaltung im nächsten Jahr noch ein wenig besser zu machen. Und die immer wieder Dozentinnen findet, die ihrerseits einen großen Teil dazu beitragen, die FMT für viele Teilnehmerinnen zum Highlight des Jahres zu machen. Ein langes Wochenende Ausnahmezustand im besten Sinne!!!

Das Krönchen hast Du Dir verdient!
Die nächsten FMT sind vom 10.-14. Juli 2019 in Osterode!
(c) Text: Ina Niemerg, Barbara Lehmann, unterstützt von Renate Lüdeck, Gerlinde Droste, Friederike Jolk und Claudia Witzel - im Namen aller Teilnehmerinnen der Frauenmusiktage.

(c) Fotos: Ina Niemerg, Vera Lüdeck
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