Bassfrau
"Bitte stelle Dich musikalisch vor"
Mai 2014, irgendwo in der Nähe von Nashville, TN, USA bei Victor Wootens Bass and Nature Camp. Es ist der erste Abend des Camps und 60 Jungs und Mädels haben die Aufgabe, sich innerhalb von 60 Sekunden musikalisch vorzustellen. Alleine, vor allen, besonders vor einigen der besten Bassisten der Welt.

Schockschwere Not! Wie soll ich mich denn bitteschön hier musikalisch vorstellen???

Dass viele andere Camp-Teilnehmer diese Aufgabe auch sehr furchteinflößend fanden, zeigte sich daran, wie sie doch recht verkrampft oben auf der Bühne standen und ihr Bestes gaben. Und auch, wenn sich bei einigen zeigte, dass das musikalische und technische Niveau sehr hoch war – nach Spaß sah es selten aus.

Worum geht es mir denn genau beim Musizieren? Wenn ich mit technisch brillanten Soli angeben wollen würde wäre ich doch besser Gitarristin geworden, oder? Ich habe einfach Spaß am Bass spielen, am Grooven und daran, das alles auch zu zeigen.

Die Idee, vielleicht einfach nur Luftgitarre zu spielen, verwarf ich wieder. Trotzdem fiel mir eine Bassline eines Songs ein, den ich häufig mit großer Freude gespielt habe (und welcher für mich sinnbildlich ist für wichtige Aspekte meiner Entwicklung als Musikerin).

Als ich an der Reihe war, schaute ich ins Publikum und legte alles, was Musik mir bedeutet, in ein Lächeln. Dann spielte ich den Song.

Das Publikum lächelte zurück.
Eine perfekte Setlist...


...enthält möglicherweise das eine oder andere Lied aus dieser Liste (aber natürlich bin ich da flexibel!):

- Blame It On The Boogie (Jackson 5)
- Let Me Entertain You (Robbie Williams)
- September (Earth Wind and Fire)
- You Shook Me All Night Long (AC/DC)
- I'm Coming Out (Diana Ross)
- Love Foolosophy (Jamiroquai)
- House on Fire (Beatsteaks)
- Galileo (Indigo Girls)
- Rapunzel (Dave Matthews Band)

Funk, Soul, Rock, Folk - Hauptsache, es groovt!


Musikalischer Lebenslauf
...und was ich daraus lernte:

1984 erster Klavier-Unterricht – musikalische Grundausbildung und Notenlesen
1992 Gitarre spielen selbst beigebracht – aus eigenem Antrieb etwas Neues lernen, erste Erfolge durch Beharrlichkeit und Ehrgeiz
1992 Erster Bass-Unterricht an der Musikschule – der Bass ist MEIN Instrument, das Zusammenspiel zwischen Bass und Schlagzeug macht mal so richtig Spaß!
1995 erste Rock-Band – Eigene Songs arrangieren, Zusammenspiel, Live-Auftritte
1998 Teilnahme am Up with People-Programm - Live-Erfahrung: ca 100 Shows in einem Jahr (Musik kann auch Routine und Arbeit werden), hoher Anspruch, mitreißend performen
1999 – 2000 Band Instructor bei Up with People - Ca 150 weitere Shows in 1,5 Jahren, Leitung der Band, Anleitung der Proben, Einführung neuer Band-Mitglieder
2001 – 2008 Studium Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Uni Hildesheim, Hauptfach Musik: 8 Semester Bass-Unterricht bei Jürgen Attig, Ensemble-Arbeit - Präzision beim Spielen, Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Stilen und Musikern, theoretisches Fundament, Gehörbildung und Heraushören von Basslines
Seit 2001 „Up with People – Survival-Band" : eine Probe, ein Auftritt im Jahr (bei Jahreshauptversammlung des deutschen Ehemaligen-Vereins) - Punktgenaue Vorbereitung auf nur eine Probe und nur einen Auftritt, intensive und konzentrierte Probearbeit
2002-2004 Cover-Band „Octophonics" - Mit wenigen, gut vorbereiteten Proben auftrittsreif werden. In der Zeit wurde ich auch häufiger „Streber" genannt. Ich sehe das mal als Kompliment.
2013 „Octophonics Revival" - s.o.
2014 Victor Wootens Bass and Nature Camp - Inspiration und mehr…
2014 - 2016 Bass-Unterricht mit Lars Lehmann – Am Ball bleiben, den Horizont weiter erweitern


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